Veränderungen im Leben

Veränderungen im Leben

Leben ist Veränderung

 

Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

– Georg Christoph Lichtenberg

 

 

Kein Tag ist wie ein anderer. Immer ist irgendetwas anders.

Warum nur tun wir Menschen uns so unglaublich schwer mit Veränderungen, obwohl wir doch täglich mit Veränderungen leben (und diese noch nicht einmal bewusst wahrnehmen)?

Die Antwort ist klar:

Veränderungen, die uns persönlich, also direkt betreffen, machen uns Angst.

Viele von uns nehmen ihr Unglücklichsein lieber in Kauf, als dass sie etwas in ihrem Leben verändern.

Fangen wir an etwas zu ändern, geschieht das oft nur deshalb, weil wir nicht mehr anders können. Wir wurden durch äußere Umstände dazu gezwungen.

Die erzwungene Veränderung ist eine Reaktion auf eine vorherige äußere Aktion und erfolgt nicht aus unserem freien Willen heraus.

Die Dinge nehmen einen Lauf, den wir nur bedingt beeinflussen können. Wir reagieren weiter auf alles, was auf uns zurollt.

 

Unsere Angst vor Veränderung

Deine Freunde können nicht verstehen, warum du nicht schon längst deinen Job gekündigt hast, oder warum du immer noch mit deinem Partner zusammen bist. Sie sehen, wie unglücklich du bist. Du hast dich verändert. Du bist nicht mehr so fröhlich wie früher, ziehst dich zurück. Wenn du dann doch mal zum Mädelsabend kommst, bist du in dich gekehrt und richtig Spaß haben kann man mit dir auch nicht mehr so gut.

Du selbst weißt, dass du unglücklich bist und dringend mit deinem Mann reden oder dir einen neuen Job suchen solltest. Du willst etwas in deinem Leben ändern. Aber du schaffst es einfach nicht

Der Grund dafür könnte deine große Angst vor den Folgen einer Veränderung sein. Das, was du kennst, gibt dir ein Gefühl von Schutz und Vertrautheit. Auch, wenn es dich unglücklich macht.

Du hast dich an dein unglücklich sein gewöhnt. Dich sozusagen deinem Schicksal hingegeben. Du weißt, wie du handeln musst, was von dir erwartet wird. Dadurch schützt du dich vor Tadel aus deinem Umfeld. – und leidest weiter still vor dich hin -.

Alles Bekannte erzeugt Sicherheit in dir. Auch, wenn es dich unglücklich macht.

Alles Neue erzeugt hingegen Unsicherheit und Angst.

Wie sollst du wissen, ob etwas besser wird, wenn du es änderst? Du wünschst dir eine Garantie dafür, dass es besser wird. Die kann dir leider niemand geben.

Du fängst an, dir die allerschlimmsten Szenarien auszumalen. Alles, was Schlimmes passieren KÖNNTE hast du ganz genau vor deinem inneren Auge. Oh mein Gott. Wie solltest du das alles nur aushalten? Nein, das ist zuviel für dich.

Du neigst, wie die meisten Menschen, dazu Verluste und negative Erlebnisse mehr wahrzunehmen als positive (lies meinen Artikel über den inneren Kritiker). Verlierst du zum Beispiel deinen schlechten Job, schmerzt dich dieser Verlust viel mehr als die Chance, einen viel besseren Job zu finden.

Die Taktik, lieber bei dem Gewohnten zu bleiben, ist scheinbar tief in uns verankert. An Bekanntem festzuhalten sichert uns unseren Überlebensvorteil und bietet uns Schutz vor Enttäuschungen und Verletzungen. Risiken stehen für das Gegenteil.

Bekommst du von deiner Freundin, der du dich anvertraut hast, einen konkreten Änderungsvorschlag inklusive ihrer Hilfe, fängst du an, deine Situation herunterzuspielen. So schlimm ist es doch gar nicht. Ja, du hast ja Recht, aber….. es folgt ein Argument nach dem anderen gegen den Vorschlag deiner Freundin.

Dein Verhalten ist nicht ungewöhnlich, keine Sorge. Es zeigt nur, wie stark du darauf programmiert bist, Unangenehmes und Widerstand in deinen Fokus zu stellen und mögliche Vorteile und Chancen zu ignorieren. Hält man deine Nase auf diese Vorteile und Chancen, bekommst du Angst, dass das alles nur eine Finte sein könnte. Dein kurz aufgeflammter Mut, erlischt schneller, als du ein Flämmchen hättest sehen können.

Dadurch erhältst du dir unbewusst deinen „Traum“ von einem glücklicheren Leben und ersparst dir mögliche Enttäuschungen.

Und jetzt?

 

#1

Nicht alles auf einmal

Du möchtest Veränderungen im Leben und hast tief in dir viele Ideen.

Fang mit einer Sache an und schmeiß nicht dein ganzes Leben komplett über den Haufen. Es gibt „Aussteiger“, die von heute auf morgen alles aufgeben, weil sie vermutlich viel zu lange mit ihrer Situation gehardert haben und nicht mehr anders für sich handeln können. Sie lassen alles, oder zumindest das meiste, hinter sich und fangen neu an. Ich rate dir davon ab.

Konzentriere dich auf das Thema, welches dir jetzt am meisten weh tut, welches du unbedingt ändern möchtest und gehe es an. Für die anderen Themen gilt: aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

 

#2

Hör auf, dir zu viele Sorgen zu machen

Wir neigen dazu, uns zu viele Sorgen zu machen.

Überlege, was das ALLERSCHLIMMSTE wäre, was passieren könnte, wenn du eine bestimmte Situation ändern würdest. Geh in jedes noch so kleine Detail.

Hast du das getan, wirst du vermutlich erkennen, dass das Risiko gar nicht sooo groß ist, wie du anfangs gedacht hast.

 

#3

Triff Vorkehrungen

Nachdem du dir alle Szenarien in sämtlichen dunklen Farben ausgemalt hast, fange an zu überlegen, was du tun könntest, um jedes einzelne Szenarium abzumildern. Bereite dich gut darauf vor. Das erspart dir viel Ärger und Enttäuschung. Ich weiß, wovon ich rede.

Je besser du vorbereitet bist, umso besser wirst du dich fühlen.

 

# 4

Sei positiv

Leichter gesagt, als getan. Gerade jetzt, wo du dich mit deinen Veränderungen im Leben beschäftigst, deine Grundstimmung sich eher im unteren Bereich einer Skala befindet und du Angst vor dem hast, was kommen mag, sollst du positiv sein????

Ja, genau.

Du hast dich intensiv mit deinen Szenarien auseinander gesetzt (#2) und du bist gut vorbereitet (#3).

Achte auf deine Gedanken, wenn du an deine Veränderungen im Leben denkst.

Sind sie hell und leuchtend oder düster? Stoppe deine düsteren Gedanken ganz bewusst und fokussiere dich auf deine hellen und leuchten Gedanken. Verliere dich in positiven Träumen, wie dein Leben aussehen kann, wenn du es geschafft hast deine Veränderung anzugehen.

 

#5

Sei mutig und glaube an dich

Veränderungen im Leben erfordern Mut. Vor allem dann, wenn du diejenige sein willst, die agieren und aufhören zu reagieren will. Glaube an dich und hab Vertrauen darauf, dass alles was danach kommt nur besser werden kann. Dadurch kannst du deine Angst unter Kontrolle halten.

Blicke auf deine bisherigen Erfolge zurück. Kannst du dir von dir selbst die ein oder andere Erfolgsstrategie abschauen?

 

#6

Immer peu á peu

Du stehst vor deinem überdimensional großen Berg und weißt nicht, wo du anfangen sollst. Alles scheint viel zu viel und viel zu groß. Du bist blockiert.

Atme tief durch und überlege, welchen Schritt du als erstes tun könntest. Wo du schon mal den Mut gefunden hast, dein Leben in die Hand zu nehmen, willst du möglichst schnell viel erreichen. Nicht gut.

Überlege dir kleine Schritte und vermeide das Bedürfnis zu viel auf einmal zu wollen. Das kann nur schief gehen. Kleine Schritte führen irgendwann zum Ziel. Der Vorteil dabei ist, dass du dabei die schönen Dinge, die am Wegesrand stehen mitnehmen kannst. Sie würden dir entgehen, wenn du zu große Schritte machst. Hast du den ersten Schritt geschafft, mach den zweiten, dann den dritten usw….

 

#7

Komm in Aktion

Dies ist meines Erachtens der wichtigste Schritt überhaupt.

Theorie ist für die Vorbereitung deiner Vorhaben wichtig. Sie nützt dir nur nichts, wenn du nicht in Aktion kommst.

Trau dich, glaub an dich, vertrau dir. Du hast dich gut vorbereitet und bist für das was kommt mental gewappnet.

Fange jetzt an auf dein glücklicheres Leben zuzugehen.

 

Ich wünsche dir eine gute Reise.

 

Herzliche Grüße

Andrea

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